FV / TOOL ASSET ATLAS
6 PRÜFKNOTEN
TECHNIK · DOKUMENTE · VERTRAG
Beschaffungskontext: BACH INDUSTRY AG kann als koordinierende Schnittstelle auftreten.Leistungsumfang und Verantwortung projektspezifisch klären.
Due Diligence für Kunststoffspritzguss

Das Werkzeug ist eine Investition. Kein schwarzer Kasten.

Geöffnete Spritzgussform mit markierten Anschlüssen, Dokumentenmappe und Transporteinlage
01 / IDENTITÄTNummer, Ausführung, Kavitäten, Zubehör
02 / EIGENTUMNachweis, Nutzungsrecht, Belastungen
03 / ZUSTANDAbnahme, Verschleiss, offene Punkte
04 / DATENKonstruktion, Parameter, Berichte
05 / WARTUNGHistorie, Zyklen, Ersatzteile
06 / TRANSFERFrist, Verpackung, Wiederanlauf
WERKZEUG ALS VERNETZTES INVESTITIONSOBJEKT
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Sechs Abhängigkeiten, ein Lieferteil.

Ein Spritzgusswerkzeug verbindet Geometrie, Prozesswissen, Wartung und Lieferfähigkeit. Fehlt nur ein Baustein, kann ein formal vorhandenes Werkzeug praktisch schwer nutzbar sein: etwa weil der aktuelle Änderungsstand unbekannt ist, Ersatzteile fehlen oder Parameter und Schnittstellen nicht dokumentiert sind.

Die Prüfung sollte deshalb vor Auftrag, bei Abnahme und während jeder wesentlichen Änderung aktualisiert werden. Verträge definieren Ansprüche; technische Nachweise zeigen, ob sie im Ernstfall umgesetzt werden können.

Audit-Register

Was vor der Freigabe belegt sein sollte

Jede Zeile braucht einen aktuellen Nachweis, eine verantwortliche Stelle und eine Regel für Änderungen.

A-01

Werkzeug eindeutig identifizieren

Belegen: Werkzeugnummer, Bauteil- und Zeichnungsstand, Kavitäten, Einsätze, Heisskanal, Peripherie und mitgeliefertes Zubehör. Fotos und Inventarliste verhindern Interpretationsspielraum.

A-02

Eigentum und Nutzung trennen

Klären: Wer bezahlt, wem das Werkzeug gehört, wer es nutzen darf, an welchem Standort es betrieben wird und ob Pfandrechte, Zurückbehaltung oder Nutzung für Dritte ausgeschlossen werden sollen.

A-03

Abnahmezustand definieren

Prüfen: Freigegebenes Muster, Messbericht, Material, Maschine, Prozessfenster, Zyklus, Standmenge und Restpunkteliste. Eine bezahlte Rechnung ersetzt keine technische Abnahme.

A-04

Dokumentation nutzbar halten

Sichern: Aktuelle Konstruktionsdaten, Stücklisten, Werkstoff- und Härteangaben, Elektro- und Kühlpläne, Parameter, Prüfberichte sowie Umfang und Format der herauszugebenden Dateien.

A-05

Wartung und Änderungen verfolgen

Protokollieren: Schusszahl, vorbeugende Wartung, Reparaturen, geänderte Einsätze, Schweissungen, Heisskanalarbeiten und Ersatzteilverbrauch. Jede Änderung erhält Version, Grund und Freigabe.

A-06

Transfer praktisch vorbereiten

Vereinbaren: Auslöser, Herausgabefrist, Zustand, Konservierung, Verpackung, Verladung, Transportverantwortung, Dokumente, Ersatzteile und Unterstützung beim Wiederanlauf.

Vier Ebenen eines belastbaren Nachweises

Eine Aussage im Vertrag bleibt abstrakt, wenn sie nicht auf ein identifizierbares Objekt, eine prüfbare Datei und einen protokollierten Zustand verweist. Die Kette sollte auch nach Personal- oder Lieferantenwechsel verständlich bleiben.

01 / OBJEKT

Physisch markieren

Werkzeug und loses Zubehör dauerhaft und eindeutig dem Projekt zuordnen.

02 / DATEI

Versionieren

Änderungsstand, Format, Ablageort und erforderliche Softwarezugänge festhalten.

03 / ZUSTAND

Protokollieren

Fotos, Schusszahl, Wartung, Muster und offene Massnahmen gemeinsam archivieren.

04 / ENTSCHEID

Verantworten

Freigabe, Abweichung und Änderung mit Rolle, Datum im Projektnachweis und Geltungsbereich dokumentieren.

Exit-Readiness

Der Transferplan entsteht vor dem Konflikt.

Ein Werkzeugwechsel scheitert selten nur am Transport. Kritisch sind unvollständige Daten, unbekannte Schnittstellen, fehlende Ersatzteile und ein nicht reproduzierbares Prozessfenster.

HerausgabeAuslöser, Frist, Zugangsrecht und benannte Ansprechpartner.
ÜbergabezustandLetzte Musterung, Wartung, Konservierung und dokumentierte Restpunkte.
TransportGewicht, Anschlagpunkte, Schutz, Verpackung, Versicherung und Gefahrübergang.
WiederanlaufMaschinenschnittstelle, Medien, Parameter, Referenzmaterial, Muster und Unterstützungsumfang.
Die beste Exit-Klausel ist technisch vorbereitet.

Wer Identität, Zustand, Daten und Zubehör laufend pflegt, reduziert nicht nur Transferrisiken. Dieselbe Transparenz verbessert Wartungsentscheide, Änderungsfreigaben und die Verhandlungsbasis über die gesamte Werkzeuglaufzeit.